Zelte sind wie kaum ein anderes Ausrüstungsteil Sinnbild für Unabhängigkeit und Flexibilität auf Reisen. Sie stehen für individuelles Reisen schlechthin. Das allen Anforderungen gerecht werdende Allroundzelt gibt es nicht. Zelte haben immer bestimmte, manchmal weite, manchmal sehr spezielle Anwendungsbereiche. Die Auswahl eines Zeltes hängt ab von Bedürfnissen und den Kompromissen, die man bereit ist einzugehen: Wie viel Platz und Komfort ist notwendig? Wie viel Gewicht darf es sein? Welche Preisklasse?
|
Beschichtungen PU-beschichtete Zelte: PU (Polyurethan) ist eine hochwertige und flexible Beschichtung, die eine hohe Dichte erreicht und daher auch für Zeltböden geeignet ist. Sie wird, aufgrund der Möglichkeit der Nahtverklebung, häufig auch im Aussenzeltbereich verwendet. PU wird einseitig innen auf das Material aufgetragen. |
SI-beschichtete Zelte: SI (Silikon) ist ebenfalls eine sehr hochwertige, elastische und langlebige Beschichtung. Sie erhöht im Gegensatz zu anderen Beschichtungsarten die Reissfestigkeit und UV-Stabilität des Materials, und wird meistens in mehreren Lagen beidseitig auf das Material aufgetragen. Baumwollgewebe sind meist unbeschichtet (ggf. imprägniert), während Nylon-, Polyester- und Baumwoll-Mischgewebe immer beschichtet sein müssen, um wasserdicht zu sein. Baumwolle quillt durch Feuchtigkeit auf, die Zwischenräume im Gewebe schliessen sich, und das Material wird auf diesem Weg regendicht
|
Belüftung Prinzipiell benötigen alle Zelte neben den Eingängen zusätzliche Belüftungsmöglichkeiten. Baumwoll-Zelte sind im trockenen Zustand luftdurchlässig, bei Nässe hingegen verliert das Gewebe die Atmungsaktivität. Beschichtete Nylon- und Polyester-Zelte sind nahezu luftdicht, wenn das Überzelt bis auf den Boden reicht und Apsiden sowie Eingänge geschlossen sind. Um die Bildung von Kondenswasser zu verringern, müssen die Zelte gut belüftet werden.
|
Apsiden Apsiden sind Gepäckstauräume ausserhalb des Innenzeltes. Sie dienen ausserdem als Eingang, geöffnet auch als Kochstelle bei schlechtem Wetter. Achtung: Nie im geschlossenen Zelt kochen, denn das ist aufgrund des entflammbaren Gewebes gefährlich. Zudem kann durch die Hitzeentwicklung des Kochers die Beschichtung beschädigt werden. Darüber hinaus kommt es zu starker Kondenswasser- und Kohlendioxidbildung im Zeltinneren.
|
Wasserdichtigkeit Die Wasserdichtigkeit wird mit dem Wert der Wassersäule angegeben. Der Grenzwert, bei dem das Wasser sich tröpfchenweise durch das Material zu drücken beginnt, bezeichnet die Wassersäule. Genauso wichtig ist die Langlebigkeit der Beschichtung, d.h. die Gewährleistung, dass das Material auch nach langer Zeit noch wasserdicht ist.
|
Lüftung und Kondenswasser Eine gut funktionierende Durchlüftung ist ein wichtiges Kriterium bei der Zeltwahl. Denn Ventilation ist das wirksamste Mittel gegen übermässige Kondensation an der Innenwand des Aussenzeltes und beim Wintercamping lebenswichtig (CO-Vergiftung).
|
Kuppelzelte
 Die einfachste Form der Kuppelzelte ist die Kreuzkuppel: Zwei Gestängebögen kreuzen sich einmal über dem Zeltmittelpunkt. Die Gestängeführungen (Kanäle, Schlaufen) befinden sich meist am Innenzelt, das Aussenzelt wird nach dem Aufbau des Innenzeltes darüber befestigt - eine Konstruktion, die wenig Heringe benötigt. Gute Kuppelzelte sind nach allen Seiten gleich windstabil. Ihre runde Form bietet dem Wind kaum Angriffsflächen. Wie bei Tunnelzelten lässt sich der Innenraum mit seiner guten Kopffreiheit nutzen.
|
Tunnelzelte
 Diese Zeltform wird von mindestens zwei Gestängebögen getragen, die zum Bogen aufgespannt parallel nebeneinander stehen. Sie muss in Längs- und Querrichtung abgespannt werden, um eine gute Windstabilität zu erreichen. Tunnelzelte bieten von allen Zeltformen die beste Raumausnutzung und im Verhältnis zur Grösse relativ leicht. Sie lassen sich schnell aufbauen, da Innen- und Aussenzelt meist miteinander gekoppelt sind. Tunnelzelte sind mit der schmalen Seite zum Wind sehr stabil. |
Einpersonenzelte
 Das extrem niedrige Gewicht und das kleine Packmass machen sie zu idealen Begleitern auf Touren, bei denen es auf jedes Gramm Gewicht ankommt. Die Ausstattungsmerkmale variieren zwischen minimalistischen Not-Unterkünften und vollwertigen, komfortablen Einpersonenzelten, die auch Platz für Gepäck bieten. |
Familien- und Gruppenzelte
 Familien- oder Gruppenzelte sind dann praktisch, wenn viele Personen gemeinsam unterwegs sind. Sie sind auf hohen Komfort und längere Standzeiten ausgelegt und zeichnen sich durch eine Vielzahl von Ausstattungsmerkmalen wie grosse Klarsichtfenster und viele Taschen aus. Dadurch, dass die meisten Familienzelte grosse Innenräume sowie Stehhöhe besitzen, lässt es sich auch bei schlechterem Wetter im Inneren aushalten. Zudem verfügen sie zumeist über mehrere aushängbare Schlafkabinen. So lässt sich der Innenraum variabel gestalten. |